Mulchen
Einfache Pflege im Obst- und Gemüsegarten.
Wie in der Natur, wo es keine offenen Flächen gibt, empfiehlt es sich ebenfalls im Garten seine Beete und alle offenen Flächen mit verschiedenen Mulchmaterialien abzudecken und zu schützen. Mulchmaterial können organische Materialien, aber auch Kies, Sand oder Mulchfolien sein.
Mulchen bringt viele Vorteile.
Gemulchte Flächen trocknen durch die Abdeckung weniger aus. Es muss weniger gegossen werden, die Pflanzen haben einen gleichmäßigeren Feuchtehaushalt. Böden verschlämmen nicht, weil das Mulchmaterial den Aufprall des Regens abpolstert. Die krümmelige Bodenstruktur wird nicht zerstört. Bodenlebewesen wie Mikroorganismen oder auch Regenwürmer können ihre Arbeit nur in feuchten Böden verrichten. Auch nur so können diese aus organischen Mulchmaterial zusätzlich Nährstoffe für die Pflanzen frei setzen.
Wie und wann sollte man Mulchen?
Ausser im Winter können offene Flächen immer mit Mulch abgedeckt sein. Im Spätherbst sollte Mulch von den Beeten abgeräumt werden, außer bei Bepflanzung von frostempfindlichen Kulturen, welche Winterschutz benötigen. Hier kann das Mulchmaterial als zusätzlicher Schutz verbleiben.
Beachtung finden sollte bei organischen Mulchmaterialien, dass diese frei von Samen und Schädlingen sind. Die Dicke der Mulchschicht hängt vom Mulchmaterial und von Niederschlägen ab. Feines Mulchmaterial, wie Rasenmulch, muss dünner als dickes Mulchmaterial, wie Stroh, ausgebracht werden, um Fäulnis zu vermeiden. Mit dem Mulchen kann es zu einer Zunahme von Schnecken kommen. Kein Problem mit diesen Tieren hat man bei längerer Trockenheit, da diese sich in feuchtere Bodenregionen zurückziehen. Auch mit einem Schneckenzaun oder biologische Schneckenmittel hält man die Plagegeister von gemulchten Beeten fern. Durch das Mulchen trocknen leichte sandige Böden nicht schnell aus, schwere Böden behalten besser ihre krümmelige Oberflächenstruktur. Der Wasserhaushalt stimmt, Mikroorganismen können ihre Arbeit verrichten.
Das Mulchmaterial.
Als Mulchmaterial eignen sich fast alle samenfreie Pflanzen und Pflanzenteile, in frischer oder getrockneter Form, sowie Folien, Sande und Kiese.
Besonders beliebt in letzter Zeit ist das Mulchen mit Rindenmulch und Stroh. Diese Materialen sind neben ihrer Optik auch als Langzeitmulchmaterial sehr geeignet. Sie verrotten relativ langsam, d.h. es genügt oft schon ein einmaliges Mulchen für eine Gartensaison. Allerdings sollte man darauf achten, dass Stroh aus biologischen Anbau Verwendung findet, um sicher zu gehen, dass es nicht mit chemischen Mitteln aus dem Getreideanbau behandelt wurde, was negative Einflüsse auf den Wuchs der Gartenpflanzen haben könnte.
Gras und Rasenschnitt kann dünn aufgebracht werden und gibt, wegen seiner feinen Struktur schnell zusätzliche Nährstoffe an die gemulchten Pflanzen ab. Besonders geeignet, auf Grund seiner hohen und vielen Nährtstoffe sind Pflanzen, welche zur Herstellung von Pflanzenjauchen geeignet sind. Hier vor allem Brennnesseln und Beinwell. Sie verotten sehr schnell und setzen dabei wichtige Nährstoffe zügig frei. Andere organische Materialien, wie Gründüngung, Gemüseabfälle, Herbstblätter eignen sich, für alle die sich an der Optik nicht stören, ebenfalls bestens als Mulch.
Kies und Sand sind als Mulchmaterial in Ihrer Optik für Zierpflanzenbeete gut geeignet. Sie verhindern außschließlich die Austrocknung der Flächen und helfen damit den Mikroorganismen bei ihrer Arbeit. Nährstoffe können sie selbstverständlich nicht freisetzen. Das gleiche gilt für Mulchfolien, die in der Regel schwarz sind. Ihr Vorteil liegt hier in der Anwendung bei wärmeliebenden Pflanzen, wie Paprika, Auberginen, Erdbeeren und Gurken. Hier kann die Wirkung ertragssteigernd sein. Bei dem Einsatz von Folien ist noch zu sagen, dass es allerdings auch eine künstliche Form des Mulchens ist und unsere Umwelt damit belastet.
Abschließend kann gesagt werden, Mulchen ist die natürlichste Form der Pflege von Obst-, Gemüse-, und Zierpflanzen. Es bringt in der Anwendung weniger Arbeitsaufwand, kann den Einsatz anderer Düngemittel minimieren, hilft Wasser sparen, aber jeder sollte seine eigenen Erfahrungen sammeln.
Bezugsquelle von biologisch erzeugten Mulchstroh: www.Brennnesseljauche.de